Bevor es Ostern wird

Das Aschekreuz
Damit Neues Raum haben kann, muss Altes weichen. Zeichen dafür war seit dem 10. Jahrhundert die Austeilung von Asche innerhalb eines Gottesdienstes an diejenigen, die sich vor der Ostertaufe einer Zeit der Umkehr und Erneuerung unterziehen wollten. Das betraf auch alle, die sich durch ihre Lebenspraxis vom Glauben und von der Gemeinschaft der Glaubenden entfernt hatten. Durch öffentlich gemachte Buße wollten sie sich wieder in diese Gemeinschaft integrieren.

Vom 11. Jahrhundert an ist bekannt, dass alle Mitglieder der Gemeinden Asche empfangen, Ausdruck von Solidarität mit den Büßenden und Hinweis darauf, dass alle zur Umkehr aufgerufen sind.
Die Asche für das »Aschenkreuz« wird aus den Palmzweigen des Vorjahres gewonnen, die verbrannt werden. Sie verweist damit auf Jesus, der an Ostern letztlich als Sieger gefeiert wird. Ihn tragen wir auf der Stirn, auf ihn hin soll die Umkehr erfolgen. Die brennenden Zweige wiederum erinnern an das Osterfeuer, das als Zeichen des anwesenden Gottes gedeutet wird.

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Ostern ist das erste große Fest im Jahr. Es ist das höchste Fest der Christen, wichtiger noch als Weihnachten.
Immer, wenn man ein Fest feiern will, bereitet man sich darauf vor. So gibt es auch eine Vorbereitungszeit für Ostern.
Das ist die Fastenzeit.
Sie dauert sehr lange, genau vierzig Tage. (Eigentlich sind es sogar sechsundvierzig Tage, aber die Sonntage zählen nicht mit.) Jetzt wirst du vielleicht fragen: Warum dauert sie denn genau vierzig Tage - und was ist das überhaupt: die "Fastenzeit"?

Jesus hat früher einmal vierzig Tage lang gefastet, das heißt: er hat nichts gegessen, hat sich nur auf seine Aufgabe vorbereitet, den Menschen von Gott zu erzählen. Daran erinnern sich die Christen in der Fastenzeit.

Als deine Großeltern noch klein waren, haben die Leute in dieser Zeit sehr hart gefastet. Sie aßen sich nur einmal am Tag statt, verzichteten auf Fleisch und andere leckere Speisen und feierten keine Feste. Auch heute verzichten viele Christen in den Wochen vor Ostern auf etwas Besonderes, um mit dem gesparten Geld Notleidenden zu helfen. Und sie versuchen, sich mehr Zeit zu nehmen, um über sich selbst und über Gott nachzudenken. 

In den Tagen vor der Fastenzeit aber wird noch einmal tüchtig gefeiert. Da ist Fastnacht, Fasenacht, Karneval, Fasching ... in den meisten Namen für diese Zeit steckt das Wort "faseln", das bedeutet "Unsinn treiben". Und das tun die Kinder und Erwachsenen in diesen Tagen. Für das Wort Karneval gibt es eine lustige Erklärung. Manche sagen: Karneval kommt aus der lateinischen Sprache - "corne vole" bedeutet: "Fleisch, Lebewohl!"

In den Karnevalstagen wird auch noch einmal leckeres Fettgebäck gebacken:
Kringel und Krapfen.
Dafür verbrauchten die Leute früher das restliche Fett, ehe die "mageren Tage" begannen.

Die Kartage

Die drei Tage vor Ostern nennen wir Kartage: "Kara" ist ein altes Wort für "Kummern oder "Leid".

Die Tage heißen

Gründonnerstag
Karfreitag
Karsamstag

 03131 KopieDie Menschen, die Jesus am "Palmsonntag" zugewinkt hatten, als er in Jerusalem einzog, dachten: Das wird unser neuer König. Der wird uns aus unserer Not befreien. Aber es kam ganz anders. In Jerusalem wollte man Jesus töten. Und Jesus wußte, daß er sterben sollte.

Am Donnerstagabend hielt er mit seinen Freunden ein Abschiedsmahl. Noch in derselben Nacht hat ihn einer von seinen Freunden verraten. Soldaten kamen und nahmen Jesus gefangen.

Am Freitag wurde Jesus zum Tode verurteilt, obwohl er unschuldig war. Er wurde wie ein Verbrecher ans Kreuz geschlagen. Seine Freunde waren voll Angst und Trauer.

Am Karsamstag denken wir daran, daß Jesus an diesem Tag im Grab lag.

DIE BIBEL ERZÄHLT
was an diesem Donnerstag geschah,
z.B. im Lukas-Evangelium,
Kapitel 22, Vers 7-652

Gründonnerstag
Wie der Gründonnerstag zu seinem Namen gekommen ist, weiß man nicht genau. Vielleicht kommt das Wort "Grün" von einem althochdeutschen Wort: Früher sagte man “greinen” für “weinen”. So könnte es sein, daß der Tag früher "Greindonnerstag" hieß. Vielleicht heißt er aber auch so, weil es an diesem Tag Brauch ist, etwas Grünes zu essen, z.B. Spinat oder grüne Kräuter zum Brot.
Übrigens erinnert der Name dieses Tages nur bei uns in Deutschland an die grüne Farbe. In den meisten anderen Ländern heißt er “Großer Donnerstag”.

 

Der Kreuzweg

1. Jesus wird zum Tode verurteilt
Du kommst gestärkt vom Vater,
stehst schweigend vor Gericht.
Du bist der wahre König,
doch man erkennt dich nicht.

2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
Mit unserm Kreuz beladen
gehst du in deinen Tod.
Du liebst auch noch den Bösen,
der dir vergeblich droht.

3. Jesus fällt zum ersten mal unter dem Kreuz
Noch schwerer als der Balken
wiegt Haß und Einsamkeit.
Die Freunde sind entflohen.
Bleibst du allein im Leid?

4. Jesus begegnet seiner Mutter
Maria, deine Mutter,
bleibt deinen Wegen treu.
Sie teilt die Not aus Liebe,
geht mit und steht dir bei.

5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
Nicht gern hilft Simon tragen,
viel lieber ging' er heim.
Wie uns muß man ihn drängen,
ein Helfer dir zu sein.

6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Veronika, die treue
die ihre Liebe zeigt,
beschenkst du mit dem Antlitz,
dem sie sich dankbar neigt.

7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
Doch Qual und Last beschweren
von Schritt zu Schritt dich mehr.
Hat keiner denn Erbarmen?
Ach, Herr, du leidest sehr.

8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
"Beweint euch selbst, ihr Frauen
und eurer Kinder Blut!" -
Du, Herr, kennst alle Herzen
und bleibst doch allen gut.

9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
Du fällst zum dritten Male,
schon draußen vor dem Tor.
Gewalt und Roheit treiben
dich einmal noch empor.

10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
Sie reißen von den Wunden
dein Kleid dir wild und blind.
Nun bist du arm wie damals
in Bethlehem als Kind.

11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
Die Folter wird noch ärger
aus kaltem Haß und Wahn.
Doch du sprichst mit dem Vater:
"Vergibt, was sie getan!"

12. Jesus stirbt am Kreuz
Und weit sind deine Arme
geöffnet für die Welt.
Du liebst sie ja noch immer,
wenn sie dich noch so quält.

13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
Geboren werden, sterben
ist aller Menschen Los.
Tot liegst du uns zuliebe
in deiner Mutter Schoß.

14. Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt
Wir sterben nicht allein,
seit du gestorben bist.
Wir bleiben nicht im Grabe,
weil du erstanden bist.

DIE BIBEL ERZÄHLT
was an diesem Freitag geschah,
z.B. im Lukas-Evangelium,
Kapitel 22, Vers 66 - Kapitel 23, Vers 56
Kreuz Ostern

Karfreitag
In manchen Gegenden heißt der Karfreitag auch “Stiller Freitag”, weil heute in den katholischen Kirchen keine Glocken läuten.
In vielen Ländern heißt er “Guter Freitagt”.
Warum wohl - wo es doch der Todestag Jesu ist?
Du wirst es merken, wenn du auf das Osterfest siehst.
Die Jesusgeschichte ist nämlich mit seinen Tod nicht zu Ende.

 

Die Osterkerze

Die Osterkerze steht im Mittelpunkt der Lichtfeier. Sie ist das Symbol für den auferstandenen Christus, der das Licht der Welt ist.
Die Zeichen, mit denen die Osterkerze verziert wird - das Kreuz, die griechischen Buchstaben Alpha und Omega, die Jahreszahl und die fünf Wachsnägel- zusammen mit den dazu gesprochenen Worten, verdeutlichen die Symbolik der Osterkerze.
Bereits im alten Testament, als bei der Flucht aus Ägypten eine Feuersäule den Israeliten vorausging war dies ein Zeichen der Gegenwart Gottes.
So ist für uns die Osterkerze ein Zeichen dafür, daß Christus uns auf unserem Weg vorausgeht.
Die Freude über Christus, das Licht der Welt kommt ganz besonders im festlichen Lobpreis auf die Osterkerze zum Ausdruck.


Die Osterkerze enthält noch eine weitete Symbolik: Während sie brennt und Licht abgibt, schmilzt sie auch. Um uns Licht zu geben, muß sie von sich etwas abgeben. Sie verzehrt sich für andere. So ist sie auch hier ein Bild für Christus, der sich für uns hingegeben hat, damit wir das Licht und das Leben haben.

Ostern Auferstehung klein„Bergwerk“ - Rita-Fruth-Arend