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Eva Marder


Eine gelbe Blume

Es war lange Frieden gewesen. Zu lange wohl. Die Menschen nahmen ihn einfach hin wie Brot oder Kartoffeln. Und wer denkt schon über Brot oder Kartoffeln nach?
Mit dem Krieg war es ganz anders. Der trug Blumen im Haar. Im Krieg gab es Ruhm und Glanz. Was für Geschichten konnte man lesen von Männern, die ausbrachen aus dem grauen Trott des Alltags – mitten hinein ins Abenteuer. Auch die Großväter erzählten von dieser Zeit, in der das Leben vor Spannung noch knisterte.
Frieden war nur ein Wort. Ein Wort wie Wohlstand und Gleichgültigkeit. Es gab viele, denen Vieles nicht passte in ihrem Land, in dem der Frieden nun so lange dauerte. Doch er dauerte nicht ewig.
Aus dem Frieden wurde Krieg. Er kam über Nacht ohne Ruhm und Glanz. Denn ein Krieg, den man am eigenen Leibe spürt, ist anders als einer, den die Erinnerung verklärt. Dem sie Blumen ins Haar steckt. Mit Hunger und Kälte hat er zu tun. Mit Panzern und Bomben. Mit Tränen um Tote.
Ein Jahr ging ins Land und noch eins. Menschen kämpften gegeneinander. Bomben fielen auf Städte und Menschen. Verwundete schrieen. Nur die Toten schwiegen.
Und eines Tages, als keiner es dachte, endete das große Sterben.
Wer noch lebte, kehrte zurück nach Haus und stand vor Trümmern. Vor zerfetzten Bäumen. Vor zerbrochenen Ziegeln.
Da kam auch ein Junge aus seinem Kellerloch heraus. Der schaute in den Himmel, aus dem keine Bomben mehr fielen. Er horchte in die Ferne, wo dass Schießen verstummte. Dann sah er die kleine gelbe Blume, die unbekümmert in den Trümmern blühte.
„Es ist Frieden“, sagte er. „Man muss dem Frieden helfen, dass er wächst.“ Und er legte beide Hände um den Huflattich.
Und da kam auch ein Mädchen, das war dreckig und mager. „Weißt du, wie Frieden aussieht?“ fragte sie, und ihre Augen glitten über all den Schutt.
„Wie eine kleine gelbe Blume“, sagte der Junge.
Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Für mich ist er ein Ziegel, der heil bleibt“, sagte sie.

Freitag, 19. Januar 2018
Januar 2018
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