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Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Pfarrei

Prävention in Marl und Veröffentlichung des Institutionellen Schutzkonzepts

Presseinformation

„Durch diese Schulung fühle ich mich in meinem Engagement mit Kindern und Jugendlichen gestärkt und sicher.“ – so das positive Fazit einer Gruppenleiterin, die am Wochenende zusammen mit 35 Ehrenamtlichen eine Schulung zur Prävention sexualisierter Gewalt besucht hat. Seit 2013 gehören diese Schulungen zur Vorbereitung auf den Einsatz eines Jugend- oder Gruppenleiters in der katholischen Kirche dazu. Die Schulung vermittelt dabei unter anderem Wissen über begünstigende Strukturen und Gefährdungsmomente in der Jugendarbeit. Außerdem stellt die Schulung Hilfen für ein strukturiertes Krisenmanagement zur Verfügung. Dabei geht es immer auch um die Schärfung der eigenen Sensibilität.

Bei der Erstellung des Institutionellen Schutzkonzepts (ISK) äußerten die Ehrenamtlichen den Wunsch jährlich eine Präventionsschulung in Marl anzubieten. „Dies haben wir gerne umgesetzt. Die positiven Rückmeldungen und die gute Resonanz bestärken uns in diesem Vorhaben.“, da sind sich die Präventionsfachkräfte Laura Kapellner und Benedikt Stelthove aus der Pfarrei Heilige Edith Stein sowie Stefanie Lenard aus St. Franziskus einig.

Die jetzt von den Kirchengemeinden vor Ort ausgerichtete Präventionsschulung ist die sichtbarste Konsequenz des ISKs. Darüber hinaus bietet das Schutzkonzept viele Informationen, Leitfäden und Ansprechpersonen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Nach einem intensiven Erarbeitungsprozess wurde das ISK nun durch die Kirchenvorstände in Kraft gesetzt. Immer wieder war das ISK in den Pfarreien Thema. Das wird auch weiterhin so sein: „Das Ziel des Schutzkonzeptes ist es, das Bewusstsein für Prävention zu stärken. Alle Fragen und Rückmeldungen sind daher eine wichtige Unterstützung.“ – so die Präventionsfachkräfte der katholischen Kirchengemeinden.

Einsehbar ist das ISK in allen Pfarrbüros und auf den Homepages der Pfarreien.

Institutionelles Schutzkonzept: Link

Verhaltenskodex der Pfarrei: LINK

                 

Als Pfarreien Zeichen setzen

Die Pfarreien in Marl haben ein gemeinsames Schutzkonzept erstellt

Marl (pbm/mek). Gemeinsam haben die katholischen Pfarreien Heilige Edith Stein und St. Franziskus in Marl ein institutionelles Schutzkonzept – kurz ISK – erarbeitet. „Es ist sinnvoll, zusammen ein Präventionskonzept für beide Pfarreien zu erstellen, denn die Rahmenbedingungen sind sehr ähnlich“, sagt Pastoralreferent Benedikt Stelthove. Zusammen mit Pastoralreferentin Laura Kapellner hatte er die Federführung bei der Entwicklung übernommen. In erster Linie geht es darum, Haupt- und Ehrenamtliche in den unterschiedlichen Gruppen vor Ort für die Themen „grenzverletzendes Verhalten“ und „sexualisierte Gewalt“ zu sensibilisieren. Unterstützung erhielten die Beteiligten von Yvonne Rutz, regionale Präventionsfachkraft des Bistums Münster. „Jetzt haben wir eine klare Linie, die es alles verbindlich und schriftlich festhält“, nennt Stelthove einen Vorteil des ISK, das alle Pfarreien erstellen müssen. Denn Prävention hat im Bistum Münster einen hohen Stellenwert. „Bei allen Themen war Yvonne Rutz immer eine gute Ansprechpartnerin, die uns bei unseren Fragen weiterhelfen konnte“, lobt Kapellner die Unterstützung durch die Fachfrau.

Fast ein Jahr haben sich die Gemeinden mit dem Thema grenzverletzendes Verhalten intensiv beschäftigt. Am Anfang der Arbeit stand eine Risikoanalyse. „Wir haben uns darüber Gedanken gemacht, wer wo mit Kindern und Jugendlichen in unseren Pfarreien arbeitet – vom Priester bis zur Gärtnerin, egal ob haupt- und ehrenamtlich“, informiert Kapellner. Daraus wurde ein Fragebogen für die Engagierten in der Kinder- und Jugendarbeit entwickelt, der entweder selbst beantwortet werden konnte oder als Grundlage für Interviews diente. „Wir haben gemerkt, dass die Ehrenamtlichen bereits viele Aspekte umsetzen, die sie in den verbindlichen Präventionsschulungen gelernt haben“, führt Stelthove weiter aus. Weil die Schulungen der Regionalbüros schnell ausgebucht sind, bieten die Marler im nächsten Jahr eigene an. „Wir möchten unseren Gruppen- und Ferienfreizeitleitern die Schulung vor Ort ermöglichen“, berichtet der Pastoralreferent.

Das Schutzkonzept beinhaltet einen Verhaltenskodex ebenso wie Ansprechpartner innerhalb der Pfarreien als auch externe Beratungsstellen. „Damit sind die Wege klar, wer im Fall einer Grenzüberschreitung zuständig ist und wo es Hilfe gibt“, sagt Kapellner. Wenn das Konzept nach den Wahlen von den neuen Kirchenvorständen genehmigt wird, wird es für alle Interessierten zugänglich sein und beispielsweise auf der Homepage der Pfarreien veröffentlicht. Doch das ISK ist nicht in Stein gemeißelt, sondern wird immer wieder überprüft. „Wir brauchen eine Testphase ebenso wie Rückmeldungen, wenn etwas nicht praktikabel ist“, wünscht sich Stelthove. Wichtig sei das Bewusstsein, dass Prävention auch immer mit dem Umgang miteinander zu tun habe. „Wir hoffen, dass dieses Konzept zu einem Alltagsgegenstand und einer großen Hilfe im Kinder- und Jugendbereich wird“, sagt Kapellner.

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Zwölf Seiten umfasst das Institutionelle Schutzkonzept – kurz ISK – der Pfarreien Heilige Edith Stein und St. Franziskus, für das Laura Kapellner und Benedikt Stelthove die Federführung übernommen haben.

Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

                 

Erfolgte Schritte zum Institutionellen Schutzkonzept (Auswahl)

  • Auffrischungsschulungen der Seelsorger und Grundlegung ISK (Drei Pastoralkonferenzen 2018)
  • Oktober 2018 Risikoanalyse: Gespräche mit Haupt- und Ehrenamtlichen in der Kinder- und Jugendarbeit
  • November 2018 Presseartikel „Schutz für Kinder und Jugendliche“
  • November 2018 Information und Gespräch im Pfarreirat
  • Januar 2019 Austauschtreffen mit den Ferienlagern (u.a. Einführung ins ISK)
  • 12.02.2019 Inkraftsetzung durch den Kirchenvorstand Hl. Edith Stein
  • 14.03.2019 Information und Gespräch im Pfarreirat
  • März 2019: Schulung der Präventionsbeauftragten: Laura Kapellner & Benedikt Stelthove
  • April 2019 Information und Gespräch mit den Pfarrbüros (Einführung in das ISK)
  • 17./18. Mai 2019 Präventionsschulungen für Ehrenamtliche in Marl
  • Mai 2019: Veröffentlichung des ISK

                 

Weiterer Zeitplan (Auswahl)

  • fortlaufende Evaluation
  • jährlich im Mai: Präventionsschulung für Ehrenamtliche
  • 2021 Zwischenreflexion des ISK
  • 2023/24 Grundlegende Überprüfung (Qualitätsmanagement)

     

Was bedeutet Prävention?

https://www.youtube.com/watch?v=QyeWyWxEW_c

    

Internetlinks

         

Literaturempfehlungen

Wunibald Müller, Verschwiegene Wunden, Sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche erkennen und verhindern, München 2010.

Klaus Mertes, Verlorenes Vertrauen, Katholisch sein in der Krise,  Freiburg i. Br. 2013.

Ursula Enders: Grenzen achten, Schutz vor sexuellem Missbrauch in Institutionen, Köln ²2017.